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Reuse messen: Was sagt die Quote wirklich aus? - Druckversion

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Reuse messen: Was sagt die Quote wirklich aus? - Johann Jörgen Schübeler - 16.04.2026

Die Wiederverwendungsquote ist eine schöne Kennzahl. CCMS-Hersteller werben mit 60 % oder 70 %, manche Projekte stolz mit 80 %. Ich bin da skeptisch.

Drei Fragen, bevor Sie sich auf die Zahl verlassen:
  • Wird auf Topic-Ebene oder Block-Ebene gemessen? Ein Topic, das in 12 Dokumenten landet, zählt einmal als 12 Reuse-Treffer. Ein Block-Reuse innerhalb eines Topics ist etwas ganz anderes.
  • Werden Boilerplate-Inhalte mitgezählt? Sicherheitshinweise, Standardabsätze, Copyright-Texte erzeugen massive Reuse-Quoten, aber keinen Mehrwert für die Redaktion.
  • Was ist das Ziel? Reuse ist Mittel zum Zweck — schnellere Pflege, weniger Übersetzungskosten, höhere Konsistenz. Wenn die Quote bei 70 % liegt, die Übersetzungskosten aber nicht sinken, läuft etwas schief.

Meine Empfehlung: Definieren Sie ZWEI Kennzahlen. Erstens die rohe Topic-Reuse-Quote (für das Management). Zweitens die Übersetzungs-Einsparquote pro Sprache und Jahr (für die ehrliche Erfolgsmessung). Die zweite Zahl lügt nicht.

Welche Reuse-Kennzahlen verfolgen Sie, und ab welcher Schwelle würden Sie sagen, es lohnt sich wirklich?


RE: Reuse messen: Was sagt die Quote wirklich aus? - Johann Jörgen Schübeler - 26.04.2026

Eine Ergänzung, weil ich gerade erst wieder darüber gestolpert bin: Schauen Sie sich auch an, wie oft ein Topic geändert UND in wie vielen Dokumenten es genutzt wird. Hoch wiederverwendete Topics mit hoher Änderungsrate sind Ihre besten Reuse-Kandidaten. Sie sind gleichzeitig Ihre größten Risikoquellen, wenn der Review-Prozess schwach ist.